Inhaltsverzeichnis:
- Hunderte demonstrieren vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin
- Die Beschäftigten der CFM hatten in einer Urabstimmung mit 99,3 Prozent für einen unbefristeten Streik gestimmt
- Einschränkungen in der Patientenversorgung bereits spürbar
- Kritik an CFM-Geschäftsführung und Koalition aus CDU und SPD
- Politische Zusagen in der Kritik
Hunderte demonstrieren vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin
Zwischen 650 und 700 CFM-Beschäftigte demonstrierten am Mittwoch in Berlin für gerechte Bezahlung. Die Demonstration startete an der Charité und führte am Abgeordnetenhaus sowie an der Mohrenstraße vorbei. Dort tagte zur selben Zeit der Ost-Ministerpräsidentengipfel, an dem auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) teilnahm. Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer erklärte, dass man Wegner an sein Wahlversprechen erinnern wollte, die Tochtergesellschaften in die Muttergesellschaft einzugliedern.
Die Beschäftigten der CFM hatten in einer Urabstimmung mit 99,3 Prozent für einen unbefristeten Streik gestimmt
Verdi fordert die Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) auf die rund 3.200 CFM-Mitarbeitenden. Sie sollen genauso bezahlt werden wie das Personal der Charité.
Einschränkungen in der Patientenversorgung bereits spürbar
Bereits am Mittwochmorgen kam es zu ersten Einschränkungen im Klinikalltag. Bistros blieben geschlossen, Shuttle-Dienste fielen aus, Reinigungsarbeiten blieben liegen. Auch Aufgaben im Bereich Transport und Technik wurden teilweise nicht ausgeführt. Laut Neunhöffer mussten Pflegerinnen und Pfleger zusätzliche Tätigkeiten übernehmen.
Ein Notdienst wurde eingerichtet, um die grundlegende Versorgung sicherzustellen. Die genauen Auswirkungen des Streiks auf den Klinikbetrieb sollen sich in den kommenden Tagen zeigen. Die Charité war nach eigenen Angaben auf den Streik vorbereitet.
Kritik an CFM-Geschäftsführung und Koalition aus CDU und SPD
Die Gewerkschaft wirft der CFM-Geschäftsführung vor, kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Die fünfte Verhandlungsrunde am Montag war laut Verdi nach nur 15 Minuten abgebrochen worden. Die Geschäftsführung habe sich verweigert, erklärte Neunhöffer.
Laut CFM-Sprecherin Sophie Külz scheiterte zuvor ein Antrag, den Streik gerichtlich zu untersagen. Die Leitung der CFM wies darauf hin, dass eine vollständige Anwendung des TVöD zu einer jährlichen Mehrbelastung von rund 42,7 Millionen Euro führen würde – ein Anstieg der Lohnkosten um 40,9 Prozent. Die Geschäftsführung befürchtet eine Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz.
Politische Zusagen in der Kritik
Die schwarz-rote Koalition aus CDU und SPD hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, dass Tochterunternehmen der Charité wie die CFM tariflich gleichgestellt werden sollen. Verdi sieht darin einen Bruch des Koalitionsvertrags. Robin Weber, Medizintechniker und Mitglied der Verdi-Tarifkommission, betonte, man sei nicht länger bereit, „das Sparschwein der Charité“ zu sein.
Der Tarifkonflikt zwischen Verdi und der CFM dauert bereits mehrere Jahre an. Eine Lösung ist bislang nicht in Sicht. Die nächste Verhandlungsrunde wurde bisher nicht ang
Quelle: RBB24, www.milekcorp.com/de/