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Samstag, 07 Dezember 2024 11:42

Berliner Kultur - Einschnitte angepasst, Proteste zeigen Wirkung

Rundfunkorchester Rundfunkorchester pixabay/Foto illustrativ

 Die geplanten Einsparungen im Berliner Haushalt treffen die Kulturszene besonders stark. Nach heftiger Kritik und Protesten von Künstlern und Kulturinstitutionen lenkte die schwarz-rote Koalition in einigen Bereichen ein. Einige der geplanten Kürzungen werden nun deutlich reduziert, vor allem im Theater- und Bibliotheksbereich.

Inhaltsverzeichnis:

Kinder- und Jugendtheater werden verschont

Die ursprünglich vorgesehenen Kürzungen von 130 Millionen Euro im Kulturbereich werden in einigen Fällen deutlich abgeschwächt. Kinder- und Jugendtheater wie das Grips-Theater und das Theater an der Parkaue sind nun vollständig von Sparmaßnahmen befreit. Ursprünglich sollten diese Häuser 300.000 Euro bzw. 800.000 Euro einsparen. Dies ist ein großer Erfolg für die Protestbewegung, die sich stark für die Förderung kultureller Angebote für junge Menschen einsetzte.

Erleichterungen bei den Bühnen für Erwachsene

Auch bei den Bühnen für Erwachsene gibt es Erleichterungen. Das Hebbel am Ufer (HAU) muss entgegen der ursprünglichen Planung überhaupt keine Kürzungen hinnehmen. Die Einsparungen beim Deutschen Theater wurden von drei Millionen Euro auf 1,588 Millionen reduziert, während die Schaubühne statt 1,8 Millionen nur noch eine Million Euro einsparen muss. Das Berliner Ensemble profitiert ebenfalls von der Anpassung: Statt 1,75 Millionen Euro muss das Haus nun nur noch eine Million Euro einsparen.

Philharmoniker und Bibliotheken weniger betroffen

Die Berliner Philharmoniker behalten ihren Zuschuss vollständig, obwohl ursprünglich zwei Millionen Euro gestrichen werden sollten. Auch die Zentral- und Landesbibliothek muss weniger einsparen: Statt vier Millionen Euro beträgt die Kürzung nun 1,6 Millionen Euro. Rundfunkorchester und Chöre bleiben ebenfalls verschont, was als ein wichtiger Schritt zur Erhaltung der musikalischen Vielfalt der Stadt angesehen wird.

Andere Institutionen weiterhin betroffen

Anders sieht es jedoch für andere Institutionen aus. Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt muss weiterhin sparen, allerdings wird der Betrag von 1,8 Millionen Euro auf 1,4 Millionen Euro reduziert. Der Friedrichstadtpalast hingegen muss nun mit noch höheren Kürzungen leben: Statt 1,6 Millionen Euro sind es nun 1,85 Millionen Euro.

Komische Oper und Technikmuseum hart getroffen

Nicht alle Kulturinstitutionen können auf Entlastung hoffen. Die geplante Sanierung der Komischen Oper, die mit zehn Millionen Euro bezuschusst werden sollte, wird vollständig gestrichen. Auch das Technikmuseum spürt die Kürzungen: Gelder für den Neubau des Eingangsbereichs entfallen vollständig, wodurch der Senat 4,2 Millionen Euro einspart. Dies ist doppelt so viel wie ursprünglich geplant.

Gegenfinanzierung innerhalb des Budgets

Um die Reduzierung der Kürzungen auszugleichen, wird der Ausbau von Arbeitsräumen für Künstler drastisch eingeschränkt. Statt der vorgesehenen 21,35 Millionen Euro stehen hierfür nun nur noch 3,225 Millionen Euro zur Verfügung. Diese drastische Kürzung begründet die Koalition damit, dass die Mittel in der Vergangenheit nur teilweise genutzt wurden.

Zusätzlich entfallen knapp sechs Millionen Euro Zuschüsse an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, da der Bund seine Kofinanzierung gestrichen hat.

Die Änderungen sollen am 19. Dezember im Abgeordnetenhaus beschlossen werden. Die Berliner Kulturszene bleibt dennoch alarmiert, da weiterhin erhebliche Kürzungen in verschiedenen Bereichen drohen.

Quelle: www.on-the-top.net/de/ , rbb24.de