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Montag, 29 Dezember 2025 22:24

Silvesterfeuerwerk bleibt erlaubt

Silvesterfeuerwerk ist erlaubt, aber streng geregelt. Silvesterfeuerwerk ist erlaubt, aber streng geregelt. Foto: Pexels–Pixabay / Lizenz: Pexels–Pixabay

Zum Jahreswechsel gehört privates Feuerwerk für viele Menschen in Deutschland weiterhin dazu. Trotz wiederkehrender Debatten über ein Verbot gilt auch dieses Jahr eine klare Rechtslage. Erlaubt ist das Zünden von Feuerwerk an Silvester unter bestimmten Voraussetzungen und mit zahlreichen Einschränkungen. Verstöße können teuer werden.

Inhaltsverzeichnis:

Regeln zum feuerwerk in Deutschland

Grundsätzlich dürfen Erwachsene in ganz Deutschland am 31. Dezember und am 1. Januar Feuerwerk zünden. Dieses Recht ist jedoch nicht grenzenlos. In unmittelbarer Nähe von Altenheimen, Kinderheimen, Kirchen, Krankenhäusern und besonders brandempfindlichen Gebäuden ist Feuerwerk ganzjährig verboten. Was als unmittelbare Nähe gilt, wird von Behörden im Einzelfall bewertet. Gerichte greifen dabei nur eingeschränkt ein.

Die Feuerwehr Speyer empfiehlt einen Abstand von 100 Metern zu Kirchen. „Raketen können sonst in den Turm fliegen und innen liegende Holztreppen entzünden“, sagt Peter Eymann, Leiter der Feuerwehr Speyer. Übliche Silvesterraketen erreichen diese Distanz zwar selten, dennoch raten Einsatzkräfte zu Vorsicht. Gerade in Ballungsräumen kommt es rund um den Jahreswechsel immer wieder zu angespannten Lagen, wie erneute Zusammenstöße mit der Polizei in Berlin zeigen.

Sonderzonen in Stuttgart und Köln

Neben der bundesweiten Regelung existieren kommunale Sondervorschriften. Städte dürfen zeitliche Einschränkungen festlegen und Verbotszonen einrichten. In Teilen der Innenstädte von Stuttgart und Köln ist das Böllern untersagt. In Bremen gilt rund um das Rathaus ein vollständiges Feuerwerksverbot.

Die jeweils gültigen Regeln werden im Amtsblatt veröffentlicht und sind auf den Internetseiten der Städte abrufbar. Zuständig sind die örtlichen Ordnungsbehörden, die die Einhaltung kontrollieren. Hintergrund sind unter anderem Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum, wie sie auch bei Angriffen auf Eigentum in Berlin dokumentiert wurden.

Kategorien F1 und F2

Erlaubt sind an Silvester ausschließlich Feuerwerkskörper der Kategorien F1 und F2. Dazu zählen Tischfeuerwerke sowie Kleinfeuerwerke wie Raketen, Batterien und Böller, die ab dem 29. Dezember verkauft werden. Voraussetzung ist eine gültige Zulassung mit CE-Kennzeichen und Prüfnummer.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Produkte im stationären Handel oder online gekauft wurden. Problematisch sind jedoch nicht zugelassene Artikel aus dem Internet. Diese sind nicht von einer in der Europäischen Union ansässigen Stelle geprüft und können unzuverlässig zünden oder unzulässig laut sein, warnt die Feuerwehr Speyer. Solche Pyrotechnik ist verboten.

Bußgelder und strafrechtliche Folgen

Verstöße gegen die Feuerwerksregeln gelten meist als Ordnungswidrigkeit. Die Bußgelder können je nach Schwere des Vergehens mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro betragen. Polizei und Ordnungsämter sind rund um Silvester verstärkt im Einsatz, insbesondere bei größeren Menschenansammlungen und Feierlichkeiten im Herzen Berlins.

Zusätzlich greift das Strafrecht. Wer mit Feuerwerk vorsätzlich Menschen verletzt, kann wegen gefährlicher Körperverletzung belangt werden. In schweren Fällen drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.

Schutz von Wohnungen, Tieren und Autos

Unachtsamkeit kann schnell zu Bränden führen. Die Feuerwehr rät, brennbare Materialien wie Plastikmüll von Balkonen und Terrassen zu entfernen. Spätestens gegen Mitternacht sollten Fenster und Dachluken geschlossen sein, damit keine Raketen in Wohnungen gelangen.

Auch Haustiere sind betroffen. Tierschutzorganisationen empfehlen, Hunde und Katzen frühzeitig an Knallgeräusche zu gewöhnen und ihnen geschützte Rückzugsorte bereitzustellen. Autos lassen sich nur begrenzt schützen. Wer eine Garage besitzt, sollte sie nutzen. Ist der Verursacher eines Schadens bekannt, haftet er oder seine Versicherung.

Politische Debatte ohne Verbot

Nach dem letzten Jahreswechsel wurde eine Petition für ein bundesweites Böllerverbot gestartet. Sie erhielt Hunderttausende Unterstützer. Verschiedene Verbände folgten mit weiteren Initiativen. Bislang führte die Diskussion jedoch nicht zu einer Gesetzesänderung.

Ein Verbot könnte durch eine Änderung des Sprengstoffgesetzes beschlossen werden. Alternativ wäre eine Anpassung der Sprengstoffverordnung möglich. Der Bundesinnenminister lässt derzeit neue Regelungen prüfen, lehnt ein vollständiges Verbot jedoch weiterhin ab.

Quelle: TAGESSCHAU, MILEKCORP

FAQ

Ist privates Feuerwerk an Silvester in Deutschland erlaubt?

Ja, privates Feuerwerk ist in Deutschland am 31. Dezember und am 1. Januar für Erwachsene grundsätzlich erlaubt, sofern die geltenden gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Wo darf an Silvester kein Feuerwerk gezündet werden?

Feuerwerk ist ganzjährig verboten in unmittelbarer Nähe von Altenheimen, Kinderheimen, Kirchen, Krankenhäusern sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden.

Was bedeutet unmittelbare Nähe beim Feuerwerksverbot?

Der Begriff unmittelbare Nähe ist gesetzlich nicht exakt definiert. Behörden bewerten den Abstand im Einzelfall, weshalb empfohlen wird, einen möglichst großen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Welche Feuerwerkskategorien sind an Silvester erlaubt?

Erlaubt sind ausschließlich Feuerwerkskörper der Kategorien F1 und F2, darunter Tischfeuerwerke, Raketen, Batterien und Böller mit gültiger CE-Kennzeichnung.

Darf Feuerwerk aus dem Internet verwendet werden?

Ja, sofern es sich um zugelassene Pyrotechnik mit CE-Zeichen und Prüfnummer handelt. Nicht geprüfte oder illegale Produkte sind verboten.

Wer darf professionelles Feuerwerk zünden?

Feuerwerk anderer Kategorien darf nur von Personen mit behördlicher Genehmigung gezündet werden, in der Regel von ausgebildeten Pyrotechnikern mit genehmigtem Sicherheitskonzept.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Feuerwerksregeln?

Verstöße gelten meist als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern von mehreren Hundert bis zu mehreren Tausend Euro geahndet werden.

Wann greift das Strafrecht beim Umgang mit Feuerwerk?

Das Strafrecht greift, wenn Personen vorsätzlich verletzt werden oder durch unsachgemäßen Umgang schwere Schäden entstehen, was zu Geld- oder Freiheitsstrafen führen kann.

Wie können Wohnungen vor Feuerwerksschäden geschützt werden?

Empfohlen wird, brennbare Materialien von Balkonen und Terrassen zu entfernen sowie Fenster und Dachluken spätestens gegen Mitternacht geschlossen zu halten.

Was sollten Haustierhalter an Silvester beachten?

Haustiere sollten frühzeitig an Knallgeräusche gewöhnt werden. Geschützte Rückzugsorte mit geschlossenen Rollläden können helfen, Stress zu reduzieren.

Gibt es ein bundesweites Böllerverbot?

Nein, trotz politischer Debatten und Petitionen gibt es derzeit kein bundesweites Verbot für privates Silvesterfeuerwerk.

Wer könnte ein Feuerwerksverbot in Deutschland beschließen?

Ein Verbot könnte durch eine Änderung des Sprengstoffgesetzes oder der Sprengstoffverordnung auf Bundesebene eingeführt werden.

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