Inhaltsverzeichnis:
- Hohe Fallzahlen in München und Umgebung
- Unterschiede zwischen Corona, Grippe und Erkältung
- Diagnostik und Tests in Arztpraxen
- Arbeitsalltag und Schutzmaßnahmen
- Impfempfehlungen für Risikogruppen
Hohe Fallzahlen in München und Umgebung
Hausarzt Oliver Abbushi aus Deisenhofen bei München beschreibt eine ungewöhnlich hohe Belastung. Seit Mitte der zweiten Oktoberfestwoche ist seine Praxis täglich bis spätabends geöffnet, um die große Zahl der Erkrankten zu versorgen. Das Phänomen wiederholt sich jedes Jahr, wenn Millionen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt zum Oktoberfest anreisen. In geschlossenen, schlecht belüfteten Festzelten finden Viren ideale Bedingungen zur Ausbreitung.
Abbushi beobachtet derzeit, dass sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren, während klassische Grippefälle noch seltener sind. Die häufigsten Symptome sind Halsschmerzen, Husten und Schnupfen. Fieber tritt jedoch bei Grippe und Corona deutlich häufiger auf als bei einer Erkältung.
Unterschiede zwischen Corona, Grippe und Erkältung
Bei Grippe setzen die Symptome meist plötzlich ein. Sowohl bei Grippe als auch bei Corona kann es zu schweren Krankheitsverläufen kommen, insbesondere bei älteren Menschen, Schwangeren oder Personen mit geschwächtem Immunsystem. Nach Angaben des Gesundheitsportals gesund.bund besteht das Risiko einer Lungenentzündung, die vor allem für Risikogruppen gefährlich werden kann.
Der Kardiologe Heribert Schunkert von der Technischen Universität München weist darauf hin, dass hohes Fieber sowohl bei Grippe als auch bei Corona eine starke Belastung für das Herz darstellt. Die Entzündung im Körper kann zu Organschäden führen. In seltenen Fällen entwickelt sich eine Herzmuskelentzündung. Häufiger jedoch verschlechtert sich bei bereits bestehenden Herzerkrankungen die Herzfunktion infolge der Virusinfektion.
Die wichtigsten Unterschiede:
- Erkältung: meist mild, selten Fieber.
- Grippe: plötzlicher Beginn, hohes Fieber, starke Gliederschmerzen.
- Corona: oft Fieber, Husten, Geschmacksverlust, mögliche Komplikationen.
Diagnostik und Tests in Arztpraxen
Um festzustellen, welches Virus die Erkrankung verursacht, stehen inzwischen Kombitests zur Verfügung, die ähnlich wie Corona-Selbsttests funktionieren. Oliver Abbushi empfiehlt sie vor allem Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf. Durch frühzeitige Diagnose können Medikamente gezielt eingesetzt werden, um Komplikationen zu vermeiden.
Auch Personen, die regelmäßig Kontakt zu Risikogruppen haben, sollten einen Test in Erwägung ziehen. Der Hausarzt betont, dass es einen Unterschied macht, ob jemand Corona, Influenza oder ein gewöhnliches Erkältungsvirus überträgt. Eine korrekte Diagnose hilft, weitere Ansteckungen zu verhindern.
Arbeitsalltag und Schutzmaßnahmen
Viele Erkrankte stehen vor der Frage, ob sie trotz Symptomen zur Arbeit gehen können. Laut Abbushi ist dies eine schwierige Entscheidung. Wenn möglich, sei Arbeiten im Homeoffice die beste Lösung. Falls das nicht umsetzbar ist, sollten Betroffene Hygieneregeln beachten:
- Regelmäßiges Händewaschen
- Häufiges Lüften
- Tragen einer FFP2-Maske
Wer schwere Symptome hat, sollte sich krankmelden und körperliche Ruhe einhalten. Das schützt nicht nur andere, sondern auch das eigene Immunsystem.
Impfempfehlungen für Risikogruppen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät Menschen über 60 Jahren sowie chronisch Kranken zu einer jährlichen Impfung gegen Corona und Grippe. Die Schutzimpfungen sollen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion deutlich verringern und helfen, schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.
Nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden kann eine gute Impfquote dazu beitragen, dass das öffentliche Leben im Winter stabil bleibt. Mit ausreichender Immunisierung und verantwortungsvollem Verhalten können viele Erkrankungen verhindert werden.
Zusammengefasst zeigen aktuelle Daten, dass Atemwegsinfektionen in Deutschland stark zugenommen haben. Millionen Menschen sind betroffen, besonders nach Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest. Ärztinnen und Ärzte appellieren an die Bevölkerung, auf Hygiene, Tests und Impfungen zu achten – um gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
Quelle: Tagesschau, www.globewings.net/de